Es braucht mehr Eigenständigkeit!

Christoph Heumader, Bundesvorstand Junge Wirtschaft, Foto: Ruiz Cruz / Nadine Studeny Photography
Veröffentlicht am 3. Januar 2024

Jeder von uns ist eigens. Das ist grundsätzlich ok. Jedoch ist es immer besser, mit guten Eigenheiten voranzugehen, als immer nur andere für ihre schlechten Eigenheiten zu kritisieren. Deshalb sind diese 3 Eigenheiten für die heutige Zeit unerlässlich und bekommen wieder mehr Bedeutung: Eigenverantwortung, Eigenständigkeit und Eigenstolz!

Eigenverantwortung

Eigenverantwortlich zu agieren ist für Menschen und Unternehmen mit eigenständigem, freien Willen das A und O. Nur leider wird das immer öfter verhindert, da Fremdbestimmung zu sehr Einzug in all unser Leben genommen hat.

Ein Beispiel: Eine alte gemauerte Stiege, erbaut vor über 250 Jahren. Sie ist sehr steil und führt in einen großen Keller, der früher als Lager und als Platz für Feierlichkeiten verwendet wurde. Wer diesen sehen oder benutzen wollte, musste auf eigenes Risiko runtergehen – wer das nicht konnte, den blieb der Blick halt verwehrt (nicht alle waren gleich).

Heute darf diese Stiege nicht mehr verwendet werden, weil nicht für jeden ein gefahrenloses runter und wieder raufkommen garantiert werden kann. Sinnlose behördliche und gesellschaftliche Auflagen würden eine barrierefreie Umgestaltung erzwingen, die den eigentlichen Zweck sowie die historische Bedeutung ad absurdum führen würden (alle wollen gleiche Voraussetzungen erzwingen).

Etwas, das Jahrhunderte lang funktioniert hat, soll plötzlich unserer fortgeschrittenen Zeit angepasst werden. So als wären wir allen bisherigen Zeitaltern überlegen und müssten jetzt Sicherheit für alle erzwingen. Statt auf Eigenverantwortung zu setzen, wird heutzutage lieber alles ausgeschlossen und verhindert. Statt Leuten selbst entscheiden zu lassen, ob sie da runter kommen, wollen Leute lieber umgehend wissen, wer verantwortlich ist und wem die Schuld trifft, sollte da mal etwas passieren. Statt sich selbst auf ein Abenteuer mit eigener Verantwortung einzulassen, möchte man lieber jemand anderen zur Verantwortung ziehen (der Rechtsschutz ermöglicht das). Blos selbst kein Risiko eingehen und lieber Recht haben wollen, zur Not die Opferrolle einnehmen (schwach gegen stark funktioniert in unserer Zeit ja sehr einfach).

Dass dadurch heutzutage leider vieles verhindert wird und erst gar nicht möglich gemacht werden kann, wird dabei vollkommen vergessen. Das Ergebnis solch eines Verhaltens bedeutet Rückschritt & Feigheit, weil man fälschlicherweise denkt, immer sicher gehen zu müssen, statt mutig & fortschrittlich voranzugehen. Aber genau da muss sich die Gesellschaft wieder wandeln: wieder etwas mehr Risiko und Unsicherheit, dafür wieder mehr ermöglichen und Neues möglich machen!

Wir brauchen wieder mehr Eigenverantwortung in Österreich und in der EU! Die amerikanischen Verhältnisse, wo sich jeder gegen alle möglichen Eventualitäten versucht abzusichern, damit Rechtsanwälte dagegen nicht prozessieren können, ist nicht nur untypisch für unsere europäische Kultur, sondern auch hinderlich für unsere Zukunft und für innovative Entwicklungen. Eigenverantwortung muss wieder die Norm werden und Opferrollen-Rechtsstreitigkeiten nur mehr die Ausnahmen!

Eigenständigkeit

Eigenständigkeit und Selbstbeschäftigung sind für selbstständige Personen und Unternehmer das normalste in ihrem selbstbestimmten Alltag. Viel zu selten suchen Politiker und Leute aller Art diese Selbstständigkeit auch bei sich.

Wer Selbstständigkeit als Fremdwort oder gar als Gefahr sieht, ist Teil dieses Problems: Es bedarf endlich wieder mehr Selbstständigkeit bei Menschen, Bürgern und Mitarbeiter. Denn eine Gesellschaft, die sich immer nur auf die anderen verlässt, wird müde und langweilig.

Wir brauchen wieder mehr Menschen, die sich durch Mut und selbstständiges Handeln einen Posten verdienen oder eine verantwortungsvolle Position übernehmen, statt jemanden, der nur das System besser kennt und dann feige und vorsichtig agiert, nur um eine wichtige Rolle zu besetzen.

Eigenstolz

Stolz auf die eigene Kultur und Herkunft sein hat schon vor vielen Jahrtausenden das Überleben unserer Vorfahren gesichert. Unwissende Leute versuchen zunehmend diesen Stolz als etwas darzustellen, was es heute nicht mehr bedarf – ein gewaltiger Trugschluss!

Stolz auf sich selbst zu sein ist gut und wichtig für die eigene psychische und emotionale Gesundheit. Es ist natürlich und absolut gesund, dass Menschen glücklich und zufrieden mit dem sein können, wer sie sind. Stattdessen finden sich viele in einer individualistischen Gesellschaft, die nur vermeintlich die Selbstbestimmung fördert, aber in Wahrheit jeder durch Vergleiche mit anderen oder durch die Erwartungen von anderen sehr belastet wird. Dadurch wird es für manche schwierig bis unmöglich, sich selbst wirklich zu akzeptieren und wertzuschätzen.

Es liegt also in jedermanns eigener Verantwortung, Stolz und bedingungslose Selbstliebe wiederzuerlangen, um der Mensch zu werden, der man wirklich ist und sein könnte. Das beginnt mit der Linie seiner eigenen Familie, geht über die Geschichte seines Landes und endet letztendlich mit dem geschriebenen oder gesprochenen Wort. Also denke nach, wie Generationen vor dir gesprochen haben, wie gepflegt sie miteinander umgegangen sind und passe stets auf, welche Sprache und welche Wörter du verwendest! Besser eigene, deutsche Wörter verwenden statt moderne Anglizismen. Sonst wird das historische Erbe verraten und ein Lernen durch vergangenes verhindert oder gar vergessen.

Ein Beispiel: verwende besser Vortragende statt Speaker! Speaker klingt zwar modern und vielversprechend, bedeutet aber letztendlich wenig bis gar nichts. Oft zählt leider Quantität mehr als Qualität, warum sonst gibt es seit 10 Jahren mehr Speaker als es Vortragende in den letzten 100 Jahren zusammen gegeben hat? Noch schlimmer als das sind nur Leute, die dann diese Anglizismen auch noch versuchen zu gendern, um daraus etwa eine Speakerin zu machen, was sowohl grammatikalisch als auch kulturell nicht nur falsch und verwerflich sondern auch ganz allgemein tief rückständig ist.

Sei stolz auf dich und deine Gemeinschaft, deine Geschichte oder dein Land! Es ist das Natürlichste für dich und deine Gesundheit! Und setze dabei auf eine gute Sprachkultur, um dich von unwissenden, naiven Mitläufern zu unterscheiden!

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“Die Klugen, die was draufhaben, sind in der Wirtschaft. Und in der Politik, da sind die anderen. Also die, die sich jetzt nicht so direkt für Zahlen und Buchstaben interessieren. Soll nicht heißen, dass alle Politiker doof sind, aber die haben beim Denken eben manchmal ein bisschen ein Pech.”

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