YouTube Streaming ändert Fernseh-Verhalten der Österreicher

Veröffentlicht am 31. März 2025
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Schon seit 2018 weise ich bei meinen Vorträgen daraufhin, das der regelmäßige Zuschauer, der sich nach einem TV-Programm zu einer bestimmten Uhrzeit richtet, immer weniger wird. Nachdem diese Entwicklung bereits seit 10 Jahren beobachtbar ist, gebe ich hier einen kurzen Überblick über meine persönlichen Eindrücke & Erfahrungen:

2005: YouTube startet als Nische

YouTube startete als Nische, indem es als 1. Video-Plattform anbot, seine persönlichen Videos hochzuladen, um diese mit der Welt zu teilen. Ich selbst erinnere mich noch, als die Menge an Videos noch sehr überschaubar war und man das Durchschauen rasch beendete. Mit ein paar hundert bis tausend Videos war der Unterhaltungswert gering und die Absprungrate hoch.

Dies änderte sich bereits 2010, als die ersten HD-Videos aufkamen sowie 2013, als die ersten Handy-Videos hochgeladen wurden. Die ursprüngliche Nischen-Plattform wurde in nur wenigen Jahren zur Unterhaltungs-Plattform.

2015: klassische Fernsehabend stirbt aus

2015 nahm mit 4K Video Support und ersten Apps für die TV-Geräte Einzug in die Wohnzimmer. Also nur 10 Jahre nach dem Start des Videoteilens, ist spürbar und bemerkbar, dass die online Plattform unterhaltsame und jederzeit abrufbare Inhalte zur Verfügung stellt, die immer mehr das klassische TV-Verhalten der Europäer und Amerikaner verändert.

Vor allem das Publikum für das klassische Abend-Programm um 20:15 Uhr wird untreu, weil es neben sofortigem Abspielen (On Demand Streaming) mittlerweile auch Live-Inhalte (Live Streaming) angeboten bekommt.

„20:15“ stirbt seit 2015 kontinuierlich aus: TV wird weniger, YT wird mehr

Christoph Heumader über TV-Unterhaltung in seinen Vorträgen

2025: Content verändert Suchverhalten

Sowohl das Angebot und der Umfang wird stündlich mehr, als auch der Wettkampf untereinander auf der Plattform. Einen Überblick über die Videos zu machen, ist unmöglich – lediglich über neue Weltrekorde kann man sich einen Überblick verschaffen: So schaffte es etwa Cristiano Ronaldo einen neuen Rekord aufzustellen, indem er in nur 1 Stunde 1 Mio. neue Abonnenten gewann.

Fakt ist, wer den Content hat, bestimmt auch über die Ergebnisse der Suchmaschinen – vor allem, wenn man aufgrund des Contents mittlerweile selbst zur Suchmaschine geworden ist. So werden derzeit auf YouTube 750 Stunden an Videocontent pro Minute hochgeladen. Es gibt somit täglich Uploads mit einer Gesamtlänge von 123 Jahren, Tendenz steigend:

Content is uploaded every minute

Es ist also in einem einzigen Menschenleben nicht möglich, sich alle Inhalte auch nur eines einzelnen Tages anzusehen. Um sich alle YouTube Videos ansehen zu können, würde man mehr als 60.000 Jahre benötigen.

Die größten und meistgenutzten Plattformen der Welt sind:

  1. Google
  2. Facebook
  3. YouTube

Schon seit vielen Jahren ist YouTube die 2. größte Suchmaschine der Welt, Nummer 1 ist (noch) Google. Vor allem die jungen Generationen lassen sich lieber durch bewegte Bilder aufklären, als durch das geschriebene Wort. Die vielen How-To- & Self-Study-Videos haben diesen Trend beschleunigt.

Immer mehr Zuschauer möchten sich nicht nur unterhalten lassen, sondern sich informieren und etwas dazulernen. Zwar beeinflusst der meiste Content auf YouTube die Menschen noch immer eher negativ in ihrer Wahrnehmung und Meinung, trotzdem werden objektive Berichterstattungen und lehrreiche Videos (wo es um die Sache geht und nicht um die eigene subjektive Wahrnehmung), mehr.

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