Bauernaufstand 2.0?

Veröffentlicht am 10. Januar 2024
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Immer mehr Auflagen, immer mehr Bürokratie, immer mehr Arbeit: 70 h in der Woche sollen für deutsche Bauern keine Seltenheit mehr sein. Was es braucht sind echte Entlastungen! Doch was macht die deutsche Regierung: sie erhöht Steuern und Umweltauflagen. Es reicht!

Es geht um den gesamten Mittelstand

Die aufgestaute Wut der Bauern kommt nicht von nur einer Fehlentscheidung, sondern von einer ganzen Serie von schlechten Akteuren: die Politik kümmert sich nicht (mehr) um das Leben normaler Bürger. Viele fühlen und spüren, dass alles teurer und komplizierter wird und es immer mehr Probleme gibt. Die Wirtschaft schrumpft, der Strom ist knapp. Auf der einen Seite zu wenig Fachpersonal bei den Lehrern, Ärzten und Pflegern aber andererseits zu viele Bürokraten, Verwalter und Hinderer. Alles dauert ewig und wird immer schlimmer – so das Gefühl vieler Bauern und Bürger. Um die Finanzen steht es so schlecht wie nie zuvor in Deutschland, aber für (nutzlose) Projekte auf der ganzen Welt ist scheinbar immer ausreichend Geld da – zur Not glaubt Deutschland im Alleingang das Klima “retten” zu müssen. Das alles bringen die Proteste auf den Punkt und sollte Politiker endlich zum Handeln bringen, statt sie als unnötig abzutun. Es ist höchste Zeit die Bauern ernst(er) zu nehmen, denn sie machen diese nicht mehr tragbaren Zustände nur sichtbar, welche das gesamte Bürgertum betreffen.

“Wir haben wirklich die dümmste Regierung in Europa”

Sahra Wagenknecht, Deutsche Bundestagsabgeordnete

“Jede Regierung braucht (wieder) mehr Menschenverstand statt ideologischen Idiotenzustand.

Christoph Heumader

Diese Proteste sind historisch relevant

Der “Deutsche Bauernkrieg” war vor 400 Jahren die “Revolution des gemeinen Mannes”: 1524 war die größte und umfassendste Revolution in der Geschichte Europas, die (ähnlich wie heute) keineswegs “nur” Bauern betraf. Während des größten Aufstands der bekannten Geschichte erhoben sich vor genau 400 Jahren hunderttausende “Gemeine” (also Bauern, Handwerker, Leibeigene, Bergleute & Bürger), die gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Ausbeutung, Willkür und Entrechtung aufstanden.

In 12 Artikeln schufen die Aufständischen die 1. echte Verfassung auf deutschem Boden und war damals ihrer Zeit weit voraus. Sie gelten als die ersten niedergeschriebenen Menschen- und Freiheitsrechte in Mitteleuropa. Unwiderlegbarer Kern ihrer freiheitlichen Forderungen an Obrigkeit, Adel und Kirche war der Hinweis darauf, dass sich in der “heiligen Schrift” nirgends ein Beleg befände, der ihre Unterdrückung und Knechtschaft legitimere. Der 12. Artikel ihrer Forderungen lautete in etwa “Leibeigenschaft, erdrückende Steuern, Fronarbeit, willkürliche Rechtsprechung, schamlose Bereicherung weniger auf Kosten vieler: zeigt uns, wo genau in der Bibel all das geschrieben steht!”

Die Obrigkeit hielt sich nicht an ihre – in der Not – gemachten Zusagen. In etlichen Gemetzeln schlachteten die hohen Herren ca. 100.000 Menschen ab (damalige Bevölkerung Deutschlands ca. 8 Mio.). Die Unterdrückung hatte gesiegt. Immerhin hat dieser Kampf nachweislich sowohl die Französische Revolution als auch die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung beeinflusst.

Teil des damaligen Problems waren (mal wieder) schlechte Führer, so wie damals etwa Kaiser Rudolf II., der durch seine schlechte Politik mitverantwortlich für den Oberösterreichischen Bauernaufstand war. Seine selbstgerechte Art kombiniert mit seiner herrischen Persönlichkeit und seiner Untätigkeit trugen dazu bei, die Krise zu verstärken. Hinzu kamen psychische Probleme sowie mögliche Schizophrenie, weshalb er bloß seine Untertanen zu Gehorsam und Ruhe aufforderte, statt Korrekturen an seinem verursachten Kurs vorzunehmen (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._(HRR), https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Ober%C3%B6sterreichischer_Bauernaufstand).

Kurzum: Die Bauern-Proteste 2023/2024 sind vollkommen legitim und absolut notwendig. Sie passen der Obrigkeit heute genauso wenig ins Bild wie damals. Die Zeit ist reif, um einen Richtungswechsel herbeizuführen, denn so kann es einfach nicht mehr weitergehen. Unserer Familie, unserer Kultur und unseren Nachfahren zu Liebe muss jetzt gehandelt werden!

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“Die Klugen, die was draufhaben, sind in der Wirtschaft. Und in der Politik, da sind die anderen. Also die, die sich jetzt nicht so direkt für Zahlen und Buchstaben interessieren. Soll nicht heißen, dass alle Politiker doof sind, aber die haben beim Denken eben manchmal ein bisschen ein Pech.”

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